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Kläranlage

 

Besuch der Kläranlage in Oberndorf

 

Die 4. Klasse der Grundschule Üchtelhausen besuchte aufgrund des Lehrplanthemas „Wasser“ die Kläranlage. 25 neugierige Schüler und Klassenlehrer Herr Schreiner machten sich auf den Weg.

Als wir nach kurzer Busfahrt endlich in der Kläranlage ankamen, wurden wir freundlich von zwei Mitarbeitern empfangen. 

Wir schauten uns den Weg des Wassers Schritt für Schritt an. Zunächst wird das Wasser mechanisch gereinigt. Zur mechanischen Reinigung gehören Rechen, Sandfang und Vorklärbecken. Im Grobrechen bleiben größere Gegenstände, z. B. Plastiktüten, Pampers und Gurkensalat hängen. Danach wird das Wasser vom Sand im Sandfang befreit. Dort sinken schwerere Stoffe zu Boden und werden herausgeholt. Im Vorklärbecken setzten sich im Wasser schwebende Feststoffe am Boden ab und werden als Schlamm aus dem Becken geräumt. Im Anschluss daran folgt die biologische Reinigung im Belebungsbecken und im Nachklärbecken. Die biologische Klärstufe beruht auf den gezielten Einsatz von spezialisierten Bakterien, die sich im Belebungsbecken ernähren. Je nach biochemischem Milieu sind sie in der Lage, Kohlenstoffe, Phosphor und Stickstoff aus dem Abwasser zu entfernen. Im Nachklärbecken sinken die übrig gebliebenen Stoffe zu Boden. Das obere Wasser wird abgeschöpft. Als letztes folgt die chemische Reinigung, wenn der biologische Prozess zum Abbau von Phosphorverbindungen zeitweilig nicht ausreicht, helfen chemische Fällmittel. Im Faulturm wird der Klärschlamm bei konstanten 37°C in Gas, Wasser und anorganische Stoffe zersetzt. Das dabei entstehende Methangas wird in Strom und Wärme umgewandelt. 

 

Geschichte


1870                    Erste Kanäle in der Altstadt im Bereich der Judengasse

1909                    Erste Planungen zum Bau eines Klärwerke in der Nähe der jetzigen Hahnenhügelbrücke

1957                    Baubeginn am jetzigen Standort in Oberndorf / Errichtung der Sammelkanäle

1960                    Inbetriebnahme der mechanischen Reinigungsstufe

1978                    Neubau der 1. biologischen Reinigungsstufe

1987                    Errichtung der Anlage zur Schlammbehandlung

1992                    Bau der 2. biologischen Reinigungsstufe

2004/2008           Optimierung der biologischen Reinigungsstufe und des Prozessleitsystems

2008                    Neubau der mechanischen Reinigungsstufe

Bisher hat die Stadt Schweinfurt in das Kanalnetz ca. 90 Millionen Euro und in das Klärwerk ca. 60 Millionen Euro investiert.

 

Kanalnetz


Das Entwässerungsnetz der Stadt Schweinfurt umfasst:

185 km                  Mischwasserkanäle

 21 km                   Schmutzwasserkanäle

 24 km                   Regenwasserkanäle

 15 km                   Druckrohrleitungen

 13                         Pumpwerke

 23                         Regenüberlaufbecken

12.000                  Hausanschlüsse

6200                     Kanalschächte

 

Mechanische Reinigungsstufe


Im Filterstufenrechen werden alle Grobstoffe und Schwimmgut wie Holz und Textilien aus dem Abwasser entfernt. Über das Schneckenhebewerk gelangt das Abwasser zu dem kombinierten Sand/Fettfang. Durch die Verringerung der Fließgeschwindigkeit setzt sich der Sand ab, während das aufschwimmende Fett abgeschieden wird. Im anschließenden Vorklärbecken wird das Abwasser fließtechnisch beruhigt, sodass sich die nicht gelösten Stoffe absetzen können. Über die Räumeinrichtung werden diese zum Schlammtrichter befördert und über Pumpen zur weiteren Behandlung in die Faultürme transportiert.

 

Biologisch-chemische Reinigungsstufe


Die Belebungsstufe besteht aus Denitrifikation, Nitrifikation sowie dem Nachklärbecken. Die Denitrifikation ist die unbelüftete Zone, während die Nitrifikation belüftet betrieben wird. In diesen beiden Stufen werden durch Mikroorganismen die schädlichen Kohlenstoff- und Stickstoffverbindungen abgebaut. Phosphor wird mittels Metallsalzen ebenfalls aus dem Abwasser entfernt. In der anoxischen Zone kann der Phosphor auch biologisch aus dem Abwasser entfernt werden.

 

Nachklärung


Im Nachklärbecken wird der Belebtschlamm vom Wasser getrennt. Der Schlamm setzt sich am Boden ab. Ein Teil wird wieder als Nahrung in das Belebungsbecken zurückgeführt, ein Teil geht in die Schlammbehandlung.

 

Schlammbehandlung und Energieverwertung


Schlammbehandlung

Die im Vor- und Nachklärbecken abgeschiedenen Schlämme werden nach einer Voreindickung den Faulbehältern zugeführt. Dort erfolgt unter Luftabschluss und bei einer Temperatur von ca. 37 Grad der Abbau von energiereichen organischen Substanzen. Als Abfallprodukt entsteht Faulgas (Methan und Kohlendioxid 65% zu 35%) sowie ausgefaulter Schlamm.

Schlammentwässerung

Der ausgefaulte Schlamm wird nach dem Abzug aus den Faulbehältern maschinell über die Kammerfilterpressen entwässert (Faulschlamm 4% TR - entwässerter Faulschlamm 26%). Anschließend wird der so entwässerte Schlamm einer thermischen Behandlung zugeführt oder in der Zementindustrie verarbeitet.

Energienutzung

Das bei der Schlammbehandlung entstehende Methan wird im Blockheizkraftwerk (Kraft-Wärme-Kopplung) zu Strom umgewandelt. Die dabei entstehende Wärme wird zum Beheizen der Faulbehälter und des Betriebsgebäudes eingesetzt. Ca. 70% der benötigten Energie werden so selbst erzeugt. Eine neue Gasmaschine mit besserem Wirkungsgrad erhöht die Energieausbeute noch.



Überwachungssicherheit / Qualitätskontrolle


Von den Zu- und Abläufen werden gemäß der Eigenüberwachungsverordnung fast täglich die wichtigsten Parameter durch das zertifizierte Labor analysiert und dokumentiert. Zur Prozessüberwachung und Steuerung werden gleichzeitig weitere wichtige Parameter ständig über Sonden bzw. Online-Messgeräte erfasst. Dies ermöglicht schnelles Handeln bei der Prozessführung und bei Störfällen.

 




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